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Donnerstag, 29. Oktober 2009
Mind Coaching und DeHypnose
Wichtige Strukturen in der DeHypnose
Viele Menschen die zu uns kommen, kommen wegen einem Problem oder einem Ziel. Die meisten davon sind voll im „Film“, dass heißt, sie haben wenig oder keine Bewusstheit darüber was in ihrem Geist vor sich geht oder eine Orientierung wer sie sind. Alles ist voll geklebt mit Etiketten (Interpretationen primärer Erfahrungen) und Identifikationen und das Bewusstsein ist in vielen Bereichen dazu noch benebelt durch die Unterschiedlichen Trancen.
Die DeHypnose wie auch das Mind System Coaching ist keine „mach weg Therapie“, sondern ein Weg der Entfaltung unseres wahren Seins. Die Lösung des Problems ist ein „Nebeneffekt“, der sich wie von selbst einstellt. Somit gehören diese beiden Systeme nicht zur Kurzeittherapie, auch wenn sie genauso schnell oder gar schneller zur Lösung führen können. Die Frage, die ich mir als Coach oder als Therapeut stellen sollte, ist einmal, will ich dem Menschen einen Fisch geben oder ihn das Fischen lehren. Das andere ist, will ich Menschen letztlich dabei helfen eine hässliche Illusion in eine schöne Illusion zu verwandeln, oder ihn zu De illusionieren, damit er unter all den Schichten sein wahres Sein erkennt.
Die Psyche scheint viel zu umfangreich zu sein um sie wirklich aufzuarbeiten. Das liegt daran, dass sie sich ständig neu erschafft. Zu jeder Sache gibt es ein Gegenteil und einen Beobachter der dies erfährt. Wenn in mir irgendwo die fixe Idee existiert das ich ein wertvoller Mensch bin, so existiert auch immer die Idee, dass ich nicht wertvoll bin und zugleich jeweils einen Erfahrenden der dies erfährt.
Es ist letztlich wie der Hund der seinen eigenen Schwanz jagt. Aus der Idee heraus das ich wertvoll bin, möchte ich die Idee, dass ich unwert bin, auslöschen. Dabei übersehe ich zwei Dinge:
1.Das wertvoll sein, kann ohne das unwert sein nicht existieren
2.Beides sind nur Ideen und nicht die Wahrheit
Das „Schöne“ in mir zu stärken und das „Hässliche“ in mir aufzulösen funktioniert deshalb nicht wirklich und dauerhaft, denn die Persönlichkeit besteht daraus und kann ohne diese Dualität nicht existieren. Wenn ich jedoch erkenne, dass ich weder das eine noch das andere bin und dass beide nur Ideen sind, ohne eigene Existenz, betrete ich einen dritten Weg. Diesem Weg folgen wir mit der DeHypnose und dem Mind System Coaching.
Offenbar scheinen alle Probleme die mit dieser Welt tun zu haben, mit den Etiketten, den Identifikationen und deren hypnotischen Wirkungen. All dem liegt die eine fixe Idee zu Grunde, die Idee der Trennung.
Aus dem Mind System kennen wir die Ketten. Haben wir den schmerzlichsten Punkt überschritten, gleiten wir in die Seinszustände, dann in die Leere und darüber hinaus in die Alleinheit, dem Absoluten. Das bedeutet zu erkennen, um was es auch immer geht, es gibt nur eine Substanz. Das „Ich bin“ ist lediglich verdichtetes „Nichts“, sowie ein Eiswürfel im Wasser.
Der direkte Weg, ist das „Ich bin“ als Illusion zu erkennen. Der indirekte Weg ist, durch absolute Hingabe, die Trennung zu überschreiten. Wir sprechen heute mal unter anderem über eine wesentlichen Folge der Trennung (Trennung= erste Identifikation Ich bin). Die Folge der Trennung führt zu einer allerersten Dualen Interpretation. Dieser duale Komplex als Idee ist es, worauf sich die Persönlichkeit aufbaut. Alle Erscheinungen in unserem Geist, sind Strömungen dieser einen dualen Idee und zugleich die Basis aller unserer weiteren Identifikationen.
Haben wir diesen dualen Komplex herausgearbeitet, ist es, wie wenn wir die Wurzel unserer Persönlichkeit in den Händen halten.
Der duale Komplex ist eine Interpretation (Warum ist das passiert?) als Folge der Erfahrung, dem Schock der Trennung.
Die erste Interpretation führt zur ersten Identifikation des Ichs und kann sehr vielfältig sein. Es ist das erste Etikett, das auf die Empfindung der Erfahrung der Trennung geklebt wird. Genau genommen besteht die erste Interpretation nicht aus Worten, doch zum besseren Verständnis wird es in Sätzen formuliert:
Ich bin lieblos
Ich bin ungeliebt
Ich bin wertlos
Ich bin machtlos
Ich bin nicht normal
Mich gibt es nicht
usw.
Innerhalb des Geistes kann es nie das Eine ohne sein Gegenteil geben, denn ein Grundmechanismus des Geistes ist die Dualität. Deshalb entsteht im gleichen Augenblick auch Gegenteil dieser Aussage in Form einer Ausgleichstrategie:
Ich bin lieblos - Ich muss beweisen, dass ich liebevoll bin
Ich bin ungeliebt - Ich muss alles tun, damit ich geliebt werde
Ich bin wertlos - Ich werde beweisen, dass ich wertvoll bin
Ich bin machtlos - Ich werde mir Macht beschaffen und zeigen
Ich bin nicht normal - Ich werde beweisen, dass ich normal bin
Mich gibt es nicht - Ich werde zeigen dass es mich gibt
usw.
Auch die Ausgleichsstrategie stimmt nicht wortwörtlich. Es ist hier eine Umschreibung.
Dieser duale Komplex spinnt sich immer weiter. Er zeigt sich in all unseren Lebenserfahrungen und Zielen auch wenn wir es meist nicht gleich die Varianten und Analogien erkennen. Wir versuchen das eine zu vermeiden und das andere zu erreichen. Dies zeigt sich in der Arbeit der dualen Ketten:
Es entstehen immer weitere Ziele und Strategien um die erste Interpretation zu vermeiden. Wir meinen, hätten wir letztendlich bewiesen, dass wir z.B. wertvoll sind, könnten wir glücklich sein. Doch das ist ein Trugschluss. Egal was wir tun und erreichen um zu beweisen dass wir wertvoll sind, die erste Interpretation folgt uns, denn beide sind wie die zwei Seiten einer Medaille.
Eigentlich tun fast alle Therapien das gleiche. Sie unterstützen die Ausgleichsstrategie bei ihrem Ziel „weg von“ von der ersten Interpretation z.B. wertlos „hin zu“ ich bin wertvoll. Ist erstmal eine neue Strategie gefunden und das Wertlos rückt weiter weg, geht es dem Klienten besser und im Vergleich dazu, als wenn der sich schon sehr wertlos fühlte, sogar phantastisch.
Ein Klient kommt also zu uns, wenn seine Ausgleichstrategie versagt und wir „helfen“ ihm dabei diese zu verbessern. Dabei geht es meist oberflächlich eher selten um wertlos oder wertvoll, sondern zeigt sich in Form von Symptomen oder Wünschen.
Doch noch mal, das Problem wird dadurch nicht gelöst sondern verschoben oder es wird ein Aufschub gewonnen. Das wird erstmal Heilung genannt.
Jeglicher Ansatz, das Problem auf diese Weise zu lösen oder das Ziel zu erreichen, erhält und verstärkt den Komplex und dem Glauben an die Trennung. Denn wir geben einer Idee Realität und Macht.
Allgemeine grobe Beispiele:
Mein Partner muss mir zeigen dass ich wertvoll bin, tut er es nicht, bzw. versagt die Strategie, gibt es eine Krise. Oder mein Partner zeigt mir mein Unwert sein und ich kämpfe darum als wertvoll anerkannt zu werde (das wertvoll/wertlos kann mit dem jeden anderen Komplex ausgetauscht werden). Es mag sich dann noch unterscheiden auf welche Weise (Erfüllungskriterien) sich wertvoll oder wertlos zeigt, doch der Kern bleibt der gleiche.
Ich habe finanzielle Ängste, auch dies kann auf die Wertlosigkeit (oder anderer Kern) hinweisen, und ich versuche mit immer mehr Geld verdienen zu zeigen, dass ich wertvoll bin. Dabei spielt es keine Rolle wie viel Geld ich habe.
Ich kaufe mir ein tolles Auto (oder was auch immer), so einer muss ja dann wertvoll sein, geliebt sein, Macht haben usw.
Ich bin angepasst immer gut und ehrlich, folge den Regeln, ich bin also normal, alles stimmt mit mir, oder bin ich doch nicht normal.
Ich habe studiert und einen Doktortitel, also bin ich doch endlich gut genug oder? Bitte liebt mich.
Ich bin anders als die anderen, was ich mache ist immer besonders und außergewöhnlich. Ich bin etwas Besonderes und ich habe dadurch bestimmte Rechte.
Diese Liste kann beliebig weitergeführt werden.
Nähern wir uns der ersten Interpretation (zeigt mir vermeintlich das Leben etc.) und versagt die Ausgleichsstrategie, geht es uns schlecht, ist die Ausgleichsstrategie ausreichen geht es uns mal so oder so, aber meistens gut, ist die Ausgleichsstrategie sehr gut, geht es uns auch so, doch es könnte sich ändern und deshalb gibt es keinen wirklichen Frieden.
Alles was der Klient von uns will, ist, das wir seine Ausgleichstrategie stärken und das letzte was er will, ist, seine allererste Interpretation zu durchleben. Deshalb hat er verschiedene und zum Teil raffinierte Schutzmechanismen aufgebaut. Diese zeigen sich unter anderem in Form verschiedener Trancemechanismen und Subpersönlichkeiten.
Innerhalb der Persönlichkeit finden wir die inneren Personen (Subpersönlichkeiten). Diese repräsentieren beide Seiten, wie vereinfacht gesagt, die Stimme du bist wertlos, oder in bin wertlos und die Stimme die sagt, stimmt ja gar nicht, sieh mal was ich alles schon geschafft habe. Diese Formen meistens verschiedene Gruppen und Allianzen, die auch unterschiedliche Strategien anwenden, wenn auch mit dem gleichen Ziel. Funktioniert die Ausgleichsstrategie, dominieren die Teile die uns wertvoll machen wollen. Ein Gremium, die Aufsichtsräte geben den Ton an, hier sind wir dann wieder beim Mind System.





